Der Hauptmann von Köpenick
Wer kennt sie nicht, die Geschichte des Hauptmanns von Köpenick?

Der gerade aus dem Gefängnis entlassene Schuster Wilhelm Voigt findet im Berlin der Jahrhundertwende keine Arbeit, weil er keinen Pass besitzt. Ein Dilemma, das ihn bald wieder hinter Gitter bringen soll: Inspiriert durch den militärischen Drill, den er im Gefängnis kennen gelernt hat, kauft er sich kurzerhand in einem Kleiderladen eine getragene und ausgebesserte Hauptmannsuniform. Auf der Straße unterstellt der frischgebackene "Hauptmann" am 16. Oktober 1906 einige Soldaten seinem Kommando und befiehlt ihnen, ihm nach Köpenick zu folgen. Hier besetzt er das Rathaus, lässt kurzerhand Bürgermeister Dr. Obermüller verhaften und schickt ihn, samt Gattin, nach Berlin. Dann fordert er einen ihm längst zustehenden Pass; mit grosser Bestürzung realisiert er jedoch bald, dass in dieser Amtsstelle keine Pässe ausgestellt werden, weshalb er als "Trost" die Stadtkasse beschlagnahmt und spurlos verschwindet.

Die ohnehin schon spannende Geschichte, über deren wahren Verlauf und Ursachen sich die Geister auch heute noch streiten, wurde nicht nur stets auf Bühnen erfolgreich gespielt, sondern erlebte auch in zwei Filmen mit jeder auf seine Weise hervorragend gespielten Hauptleuten (Heinz Rühmann, Harald Juhnke) grosse Erfolge! Aus all diesen Gründen begab ich mich an den früheren Tatort, wo fast auf die Minute vor 100 Jahren ( 16. Oktober 1906, 1530 Uhr) die Beamtenposse seinen Höhepunkt fand. Es war ein herrliches Fest, das Berlin diesem Geschehnis bot, und fand in den Räumen des Köpenicker Rathauses ein würdiges Ende, indem ein Gesangsverein Berliner Weisen zum Besten gab.

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Statisches GoogleEarth-Bild, GoogleEarth-kmz-Datei