Friedrich
von Spee (1591-1635)Friedrich von Spee zu Langenfeld wurde 1591 in Kaiserswerth am Rhein geboren und starb
1635 in Trier an den Folgen eines Fiebers, das er sich bei der Pflege verwundeter Soldaten
zuzog. In den Wirren des 30jährigen Krieges bezeugt Friedrich von Spee in zahlreichen
Texten und uns auch heute noch bekannten Liedern seine Liebe zur Schöpfung. So kann Spee
Hoffnung machen, daß wir angesichts der zu bewältigenden Probleme und Schwierigkeiten
alle Kräfte mobilisieren, die Schöpfung zu bewahren und für unsere Nachkommen zu
erhalten. Friedrich von Spee konnte eine beachtliche kirchliche und akademische Laufbahn vorweisen;
auch als Seelsorger habe er gewirkt, liest man in einschlägigen Büchern. Dies ist jedoch
nur die halbe Wahrheit: Denn seine Erfahrungen als Seelsorger haben den katholischen
Theologen zu einem verfolgten, seiner Ämter enthobenen Manne gemacht, der nur knapp dem
Schicksal derer entrann, die er als Seelsorger auf ihrem letzten Weg zu begleiten hatte:
der als Hexen angeklagten und zum Tode verurteilten Frauen seiner Zeit.
Friedrich von Spee war von der grauenvollen Maschinerie der Hexenprozesse derart
erschüttert, dass er sie ohne Druckerlaubnis seines Ordens in der Anklageschrift
"Cautio Criminalis" öffentlich machte. Darin wird von Folter, ausweglosen
Verhören und erpressten Geständnissen berichtet, die den Angeklagten nur die eine Wahl
liessen: Besser zum Tode verurteilt und verbrannt werden als der ewigen Verdammnis
anheimfallen! Dies meint die letzte Strophe "Hier leiden wir die grösste Not, vor
Augen steht der Tod" im Lied "O Heiland reiss die
Himmel auf" mit einer
Melodie aus Augsburg (1666). Die starken Bilder sind nicht
nur symbolisch gemeint, sondern ganz real. Es sind Eingekerkerte, die den Heiland bitten,
Schloss und Riegel abzureissen, die sich nach Tau und Regen, nach Blumen und Grün und
Tageslicht sehnen. Spees selbstloser Einsatz für die Würde des Menschen und seine
Einstellung zur Natur ist für viele Vorbild in der Erziehung. Deshalb werden in
Deutschland viele Strassen und Schulen nach dem Jesuiten Spee benannt. |
1.
O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab, vom Himmel lauf !
Reiß ab vom Himmel Tor uns Tür,
Reiß ab, wo Schloß und Riegel für !
2. O Gott, ein' Tau vom Himmel gieß;
Im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
Den König über Jakobs Haus.
3. O Erd', schlag aus, schlag aus, o
Erd',
Daß Berg und Tal grün alles werd'
O Erd', herfür dies Blümlein bring,
O Heiland, aus der Erden spring.
4. Wo bleibst du, Trost der ganzen
Welt,
Darauf sie all' ihr' Hoffnung stellt ?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
Komm tröst uns hie im Jammertal. |
5.
O klare Sonn', du schöner Stern,
Dich wollten wir anschauen gern.
O Sonn', geh auf, ohn' deinen Schein
In Finsternis wir alle sein.
6. Hie leiden wir die größte Not,
Vor Augen steht der ewig' Tod;
Ach komm, führ uns mit starker Hand
Vom Elend zu dem Vaterland.
7. Da wollen wir all' danken dir,
Unserm Erlöser, für und für.
Da wollen wir all' loben dich
Je allzeit immer und ewiglich.
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mit Ton (Lied-Melodie in Midi) |