Dietrich
Bonhoeffer (1906-1945)Er wird als Sohn einer wohlhabenden, gutbürgerlichen Familie am 4.2.1906 in Breslau geboren und hat eine schöne und aussichtsreiche Kindheit, die heftigst vom Ausbruch des 1. Weltkriegs unterbrochen wird. 1923 macht Dietrich Bonhoeffer sein Abitur und beginnt ein Theologiestudium in Tübingen. 1928 macht er sein erstes theologisches Examen und übernimmt ein Vikariat in Barcelona. Sein zweites Examen folgt 1930. Im September desselben Jahres hat er einen Studienaufenthalt am Union Theological Seminary in New York, an dem er viele neue Freunde gewinnt. Er erlebt hautnah die Rassendiskriminierung der Schwarzen in den USA mit und schmeisst altdeutsche Feindesbilder, die selbst er noch in sich trägt, über Bord, als er den Franzosen Jean Lasserre kennenlernt. Nach seiner Rückkehr im Juni 1931 wird er Privatdozent und Hilfsprediger am Prenzlauer Berg in Berlin und Jugendsekretär des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen. Bonhoeffer beteiligt sich am Aufbau einer kirchlichen Opposition gegen die Gleichschaltungsversuche des Staates, als 1933 Hitler an die Macht kommt. Im Oktober übernimmt er ein Pfarramt in London. Ein Jahr später nimmt er an der Ökumenischen Konferenz in Fanö teil. Ab 1935 leitet Bonhoeffer das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde bei Stettin. Dort bildet er junge Vikare nach seinen Grundsätzen aus. Mit dem ganzen Seminar reist er zu Studienzwecken 1936 nach Schweden. Bald darauf wird ihm die Lehrerlaubnis entzogen. 1937 wird das Predigerseminar durch die Gestapo geschlossen, jedoch arbeitet er in illegalen Sammelvikariaten weiter. Ausserdem veröffentlicht er in diesem Jahr sein bekanntestes Buch "Nachfolge". Bonhoeffer scheint Glück zu haben, als er 1939 eine Einladung zur Übernahme einer Gastdozentur in New York erhält. Doch lassen ihn Gewissensbisse gegenüber seinen zurückgebliebenen Mitstreitern schon drei Wochen später wieder nach Deutschland fahren. Zur grossen Überraschung seiner Freunde und Verwandten tritt er 1940 in die staatliche Organisation "Abwehr" ein, um seinen Wehrdienst zu erfüllen. Dort beginnt er konspirative Tätigkeiten und fängt an zusammen mit seinem Schwager Hans von Dohnanyi und gedeckt durch Admiral Wilhelm Canaris den Umsturz zu planen. Der sonst so verschlossene Bonhoeffer "taut" in diesen Jahren immer mehr auf und verlobt sich 1943 sogar mit Maria von Wedemeyer. Im April wird er verhaftet, doch kann man ihm zunächst nicht Hoch- und Landesverrat anhängen, die Beweise sind zu gut verwischt. Im Wehrmachtsgefängnis Berlin-Tegel schreibt er Briefe und Aufzeichnungen, die 1951 als "Widerstand und Ergebung" herausgegeben werden. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler und dem Fund der "Zossener Akten" (u.a. Tagebücher von Canaris) wird Bonhoeffer in den Gestapokeller überführt. 1945 scheint er schon gerettet zu sein, als er aus dem KZ Buchenwald nach Schönberg abtransportiert wird. Doch kommt er kurze Zeit später in das KZ Flossenbürg, wo er einen Monat vor Ende des 2. Weltkrieges nach einem Schnellverfahren durch ein sogenanntes SS-Standgericht zusammen mit fünf weiteren Angehörigen seiner Widerstandsgruppe erhängt wird. Zuvor, am 19. Dezember 1944, legt er im letzten Brief an seine Braut ein Gedicht als Weihnachtsgruss bei, das mittlerweile in seiner vertonten Form in vielen Wunschkonzerten immer wieder gerne gewünscht wird. |
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1 Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr. 2 Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last, ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen das Heil, für das Du uns bereitet hast. 3 Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus Deiner guten und geliebten Hand. |
4 Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wolln wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört Dir unser Leben ganz. 5 Laß warm und still die Kerzen heute flammen, die Du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht. 6 Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so laß uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all Deiner Kinder hohen Lobgesang. |
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Refrain: |
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